Ardbeg Pretasting vom Ardbog – dem Schatz aus dem Torf – in Köln

Ich bin ja schon seit längerem ein bekennender Ardbeg Fan und ich habe bereits vor zwei Jahren eine limitierte Jahresabflüllung zulegt – damals war es der Alligator. Die Besonderheit bei diesem Whisky ist das die Fässer in denen das klare Destillat ca. 12 Jahre lagert, innen so stark getoastet (verkohlt) wurden das diese aussahen wie eine Alligatorhaut. Den Genuss in das Pretasting der diesjährigen neuen Jahresabfüllung zu kommen, habe ich Annette von Culinarypixel zu verdanken. Sie war bereits auf dem Tasting in München und hatte mich für das Tasting in Köln vorgeschlagen. Vielen Vielen Dank ;D ! Also ging es letzten Montag nach Köln in die Lotte Haifischbar um vier verschiedene Ardbegs zu verkosten. Am meisten gespannt war ich dabei auf den Ardbog, der erst am 1. Juni zu kaufen sein wird.

Durch den Abend hat Michael Scheibe geleitet der wunderbar auf die Destillerie eingegangen ist und sehr schöne Informationen rund um die Whiskys präsentiert hat. So habe ich erfahren das Ardbeg bei all seinen Abfüllungen einen Rauchgehalt von 55ppm vorsieht. Zum Vergleich hat der Lagavulin ca 30ppm, was ich in meinen Anfangszeiten schon unheimlich viel fand. Der Ardbeg hingegen hat für mich hier selbst mit seinem viel höheren Rauchgehalt nicht so viel kräftiger geschmeckt. Ich finde den Rauchgeschmack im Ardbeg, von dem was ich bisher getrunken habe, am wunderbarsten eingebunden. Der Rauch ist nicht aggressiv – er schmeichelt gerade zu. Wir haben das Tasting bei Sonnenschein mit einem Cocktail begonnen und zwar einem Old Fashioned. Dieser bestand aus ca. 5 cl Ardbeg 10yrs, einige Spritzer Angostura, 2 cl Wasser & Zitrone. Auch in diesem Cocktail kam der Rauch schön zur Geltung – er fügt sich aber wunderbar neben die Frucht- und Bitteraromen. Danach ging es weiter mit dem Flaggschiff Ardbeg 10 years – pur aus dem Nosingglas. 

Als zweiten Whisky haben wir den Ardbeg Uigeadail probiert – einer meiner Lieblingsardbegs! Er hat 54,2 % Vol. und das Herzstück dieses Whiskys ist ca. 12 Jahre alt und wurde in alten Sherry-Fässern gelagert. Uigeadail bedeutet Dunkler mysteriöser Ort und als dieser wird die Quelle bezeichnet aus der auch das Wasser für den Whisky stammt. Mit diesem Quellwasser wir die Maische für das Destillat gebraut und auch der Whisky später auf die Trinkstärke vor der Flaschenabfüllung herunter geregelt.

Als dritten Whiskey gab es den Corryvreckan. Diesen hatte ich bisher noch nicht getrunken und ich war sehr von seiner Wucht überrascht. Hier war der Tipp besonders gut, das man ihn lange auf der Zunge halten und auch ein wenig darauf herum kauen soll. Corryvreckan ist der wilde Meeresstrudel vor der Insel Jura und genau so sollte man bei dem Tasting auch mit ihm umgehen. Nach dem Schlucken sollte man mal  versuchen den Mund zu öffnen und tief einzuatmen. Ihr werdet euch wundern ;) ! Er hat 57,1 % Vol. und wird somit als 100%-Proof bezeichnet, d.h. das wenn man ihn anzündet mit einer blauen Flamme brennt. Diese blaue Flamme erhält man erst bei einem Alkoholgehalt über 57,0 % Vol. Das Anzünden des Whisky war früher eine Möglichkeit zu prüfen wie stark der Whisky war, da er als Tauschmittel verwendet wurde. Corryvreckan und Uigeadail haben beide sehr schön ihren Charakter verändert sobald man ein wenig Wasser hinein getropft hat – umbedingt ausprobieren! 

Und nun zum Schatz des Abends – dem Ardbog! Bog bedeutet Torf und dieser spielt gerade bei diesem Whisky eine ganz besondere Rolle. Geschmacklich ist er quasi voll und ganz dem Torf gewidmet. Die gemältze Gerste wird bei jedem Single Malt über dem angezündeten Torf geräuchert und getrocknet. Gerade dieser Prozess spielt eine große Rolle bei der stärke des Raucharomas. Was mir auch noch nicht bewusst war, ist das Torf sich jährlich nur um 1mm erweitert. D.h. das der Prozess der Entstehung von Torf sehr langwierig ist und somit etwas sehr besonderes. Gerade deswegen ist auch in der Vermarktung dieses Whisky der Archäologische Charakter so ausgeprägt – hier wird etwas besonderes aus dem Torf geborgen. Der Ardbog hat 52,1 % Vol. und sehr schöne Noten von salzigem Karamell in der Nase. Geschmacklich ist der Rauch wieder super schön eingearbeitet und das salzige führt sich auch hier fort. 

Wichtig ist noch zu sagen das die Destillerie Ardbeg in den Jahren 1981 & 1996 schon einmal geschlossen wurde, sehr zum Leidwesen der Fans. Seit der Neueröffnung 1997 setzt sich das Ardbeg Committee dafür ein das es nie wieder zu einer Schließung kommen soll. Dieses Comittee besteht jetzt schon aus über 50.000 Mitgliedern aus der ganzen Welt. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos, man verpflichtet sich nur dazu sein ganzes Leben Ardbeg zu trinken! ;D … Schau es euch mal an und werdet Mitglied!

Hier im Blog gibt es auch bereits ein sehr schönes Dessert mit einem Ardbeg 10 years und zwar ein Zartbitter-Schokoladen-Whisky-Mousse mit roten Früchten. Schaut mal rein! Die schöne Rauchnote vom Ardbeg kommt hier super schön zur Geltung!

Es war ein tolles Erlebnis mal ein reiner Ardbeg-Tasting zu erleben und gerade diese vier verschiedenen Whisky-Kompositionen mit ihren sehr ausgeprägten Charakteren nebeneinander zu probieren. 

Wer noch mehr sehr schöne Beiträge vom Tasting in München lesen will findet hier Nachschub:

Und nun ab in die Bilder:

Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years

 Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years

 Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years

 Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years

 Cocktail Old Fashioned mit Ardbeg 10 years

Beim Tasting:Ardbog tasting 2013 15

Ardbeg 10 years

Ardbeg Uigeadail

Ardbeg Corryvreckan

Ardbog tasting 2013 21

Ardbog tasting 2013 19

Ardbeg Ardbog

 

Ardbeg Ardbog

Ardbeg Ardbog

Ardbeg Ardbog

Vor der Bar stand auch noch der Ardbeg Trecker mit einem wahnsinnigen SoundArdbeg Trecker

Ardbeg Trecker

Ardbeg Trecker

Ardbeg Trecker

 

Hier noch ein paar bewegte Impressionen und auch der Trecker in Action:

Und der witzige Werbespot zum Ardbog:

4 Kommentare zu "Ardbeg Pretasting vom Ardbog - dem Schatz aus dem Torf - in Köln"

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    Steffen 29. Mai 2013 (14:06)

    Danke für´s Verlinken und natürlich den schönen Artikel. Ich fand die ganzen Infos in München auch sehr spannend, Michael hat man im persönlichen Gespräch auch angemerkt, dass er sehr leidenschaftlich an seinen Job rangeht.
    Wirst du denn versuchen dir am Samstag eine Flasche zu besorgen (oder hast du vielleicht sogar schon vorbestellt??).
    Viele Grüße
    Steffen

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      Küchenjunge 2. Juni 2013 (20:41)

      Hi Steffen,
      sehr gerne! Ich habe hier noch zwei Flaschen von dem Alligator stehen und werde mal schauen ob ich mir den Ardbog noch zu Gemüte führen werde. Geschmacklich wäre das auf jeden Fall eine Maßnahme! Mal schauen!
      Viele Grüße

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    Claudia 30. Mai 2013 (13:35)

    Hach, was beneide ich dich um die Bilder! Sehr schöne Eindrücke. Und gell, der Ardbog ist fein!
    Wäre da nicht noch Caol Ila, ich würde Mitglied werden im Ardbeg Club.
    Liebe Grüße
    Claudia

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      Küchenjunge 2. Juni 2013 (20:42)

      Der Caol Ila ist auch sehr sehr schön! Aber man kann ja auch trotzdem Mitglied werden, oder? ;)

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