San Sebastian – A Fuego Nero – ein ganz besonderes 13 Gang Pintxo Menü

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Unser Besuch im Fuego Negro am letzten Abend unseres San Sebastian Aufenthalts war etwas ganz besonderes für mich. Wir hatten bis dahin schon jede Menge ausgefallene Pintxos in diversen Bars, wie ihr meinem letzten Blogartikel ja entnehmen konntet. Deswegen freute ich mich schon sehr auf diese ganz eigene Interpretation der Pintxos. Der Inhaber und Chefkoch hat lange Zeit bei Ferran Adrià gekocht und dort sehr viel gelernt. Das machte die Spannung noch einmal größer. Sehr auffallend war, dass hier auf dem Bar-Tresen kein einziger Pintox zu sehen ist. Alles wird in der Küche zubereitet und an den Tisch gebracht. Das war auf jeden Fall ein sehr entspanntes Essen, da man die ganze Zeit am Platz bedient wurde. Sehr auffallend ist das Ambiente des Ladens, was mir sehr zugesagt hat. Es machte den Eindruck einer Musik-Kneipe mit verrückten Puppen an den Wänden, Tapeten aus Musik- & Film-Plakaten, künstlerisch bearbeitete ISI-Flaschen und ein Backofen mit eingesteckten Kopfhörern. Aber auch auf dem Tisch war alles musikalisch. Die Reserviert-Schilder waren alte Musikkassetten und das Platzset eine Schallplatte aus Pappe. Besonders die Tischdecke aus schwarzem Leder fand ich sehr schick.

Gegessen haben wir das 13-Gang Menü für 45 EUR und noch den Wagyu-Burger den man umbedingt probieren sollte. Was man für diesen Preis bekommen hat war unglaublich. Die Portionen sind zwar nicht groß, aber bei so vielen Gängen ist die Größe optimal gewesen. Jeder Gang hat ein ganz besonderes Geschmackserlebnis gehabt. Sehr ausführlich bespreche ich das Menü in der aktuellen Folge 153 vom Küchen-Funk. In dem Menü gab es viele Highlights für mich. Besonders faszinierend fand ich das hier nicht nur verrückt mit den Aromen gespielt wurde, sondern das auch in jedem Gang versucht wurde einen durch die Optik auf eine falsche Fährte zu schicken oder einen komplett damit zu überraschen.

So zum Beispiel war die Papp-Asia-Nudelbox optisch mit Asia-Nudeln gefüllt. Aber die Nudeln waren keine Nudeln, sondern Kartoffeln und die Möhren sahen aus wie Möhren und waren gewürfelt wie Möhren, waren aber geliert und aromatischer. Die Krönung war dann der Ochsenschwanz, der auf einem goldenen Papp-Konditorschälchen in Schokokuchen-Optik mit Meerrettich-Sahne und Bunten-Zuckerstreuseln serviert wurde. Aber auch die „Badewanne“ oder die Tintenfischtinten-Donuts waren wunderschön anzusehen. Von der Aromatik war es alles sehr sehr gut und ganz besonders spannend. Gut haben mir auch seine mehrfachen Experimente mit Vermouth gefallen. Sei es bei den gefüllten Oliven oder als Eis. Etwas was ich noch nie gegessen habe gab es auch, die Seeanemone. Sie war knusprig frittiert und wurde mit „Tigermilch“ gereicht. Auch musste ich mich einmal schlau machen was „Tigermilch“ ist. Es ist eine Sauce mit der man Ceviche mariniert. Das ist ein peruanisches rohes Fischgericht. Sie besteht aus Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Limettensaft, Koriander und Chili. Aber auch die Kombination rohe Makrele, Ziegenkäse, Minze & Kirsche war umwerfend. Ein Geschmack der mir lange im Mund geblieben ist war die „Tomaten Sauce Béchamel – knusprige Schweinehaut – Tiger-Muschel“. Hier gab es im wahrsten sinne des Wortes eine Umami-Explosion im Mund. Der einzigen Gang den ich nicht verstanden habe, war der Mangold-Salat mit Feta und Sesam. Ich habe die Befürchtung das vielleicht irgendeine Info fehlte, die es zu etwas Besonderem gemacht hätte. Aber vielleicht war es einfach auch nur ein Trenner im Menü bevor es zu den verrückten Sachen ging.

Also wenn ihr euch das Ganze nun noch ein wenig ausführlicher anhören wollt, dann hört mal in den Küchen-Funk rein und schaut euch die Bildergalerie in diesem und dem letzten Post dazu an.

Die Website vom Restaurant findet ihr übrigend hier http://www.afuegonegro.com/?lang=en

Und wer noch weitere tolle Berichte von San Sebastian lesen will sollte unbedingt mal bei Olli und Camillo vorbei schauen. Die waren auch schon fleißig:

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