Ich habe mir das neue Kochbuch von Cihan Anadologlu ganz genau angeschaut, da ich fasziniert von der Spezialität Döner bin. Ein Essen, das in so vielen verschiedenen Arten und leider auch Qualitäten angeboten wird. Wer nur mit den schlechten Exemplaren in Berührung gekommen ist, kann meine Begeisterung für dieses Lebensmittel wahrscheinlich nicht verstehen. Wer aber schon richtig gute Döner gegessen hat, kann meine Fazination nachvollziehen. Mein Wissen um den Döner beschränkte sich bisher, auf das, was man in den guten Dönerläden gesehen hat oder was man von den Leuten, die dort arbeiten, erzählt bekommt. Nämlich worauf es ankommt, auf die Qualität der Produkte und die verschiedenen Zubereitungsarten. Genau dies war der Grund für mich tiefer in die Materie einzusteigen und genau das konnte ich mit diesem Buch endlich einmal tun.
Dieses Buch über den Döner ist weit mehr als ein kulinarischer Streifzug durch einen der beliebtesten Imbisse Deutschlands. Es ist eine Reise durch Kultur, Geschichte und persönliches Erleben. Der Autor verbindet seine eigene Kindheitserinnerung an Dönerläden in Deutschland und der Türkei mit fundierter Recherche über die Ursprünge und die Entwicklung dieses Gerichts. Dabei wird deutlich: Döner ist nicht einfach nur Fast Food, sondern eine kulinarische und kulturelle Brücke zwischen zwei Welten. Während Pizza und Burger seit Jahrzehnten literarisch und medial aufgearbeitet werden, fehlte bislang ein Werk, das sich ganz dem Döner widmet.
Besonders spannend macht das Buch, dass es große Mythen rund um die „Erfindung“ des Döners in Deutschland hinterfragt und zeigt, wie vielfältig die Tradition tatsächlich ist. Die Unterschiede zwischen Döner in der Türkei und in Deutschland, seine gesellschaftliche Rolle als Symbol der Einwanderungskultur und sein Siegeszug bis zum beliebtesten Imbiss des Landes werden eindrucksvoll dargestellt. Gleichzeitig beleuchtet das Buch, was einen guten Döner wirklich ausmacht. Von Zubereitungskunst am Spieß bis hin zu Soßen, Brot und Service.
Warum sollte man also gerade dieses Buch über den Döner lesen? Weil es ein Stück Alltagskultur sichtbar macht, das wir zwar alle kennen, aber nur selten hinterfragen. Es zeigt, dass hinter dem unscheinbaren Fladenbrot mit Fleisch und Salat eine jahrhundertealte Tradition und vor allem eine Geschichte von Integration und Identität steckt. Wer wissen will, warum der Döner mehr ist als „nur“ eine Mahlzeit nach dem Clubbesuch und warum er die Currywurst vom Thron gestoßen hat, findet in diesem Buch eine ebenso unterhaltsame wie erkenntnisreiche Lektüre.
Außerdem sind dort jede Menge Rezepte für die Basiszutaten enthalten, so dass man von Grund auf seinen eignen Döner machen kann. Und zusätzlich gibt es noch jede Menge Döner-Rezept-Varianten, die man unbedingt ausprobieren sollte.
Natürlich habe ich euch auch ein Rezept aus diesem Buch mitgebracht und es war ein Döner, der mich total fasziniert hat. Er ist belegt mit Garnelen und Putenfleisch und er heißt “Nachts um 4 Uhr”. Eine etwas verrückte Kombination, aber wenn man sich die Zutaten einmal anschaut, dann läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Neben den Garnelen und dem Putenfleisch sind noch ein fruchtiges Tomaten-Mango-Chutney und auch Pekannüsse dabei. Und das macht diesen Döner zu einem asiatisch angehauchten Surf’n Turf Döner der Extraklasse. Ich habe ihn bei uns in der Agentur zubereitet und alle waren sehr begeistert davon.
Das Rezept findet ihr wie immer nach der Bildergalerie und das Buch könnt ihr hier über meinen Affiliate Link bei Amazon bestellen.










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