Wer sich intensiv mit hochwertigen Lebensmitteln, dem Konzept von Nose-to-Tail und der handwerklichen Zubereitung am offenen Feuer beschäftigt, entwickelt zwangsläufig einen tiefen Respekt vor der Natur. Doch um dieses Verständnis nicht nur in der Theorie zu leben oder zwischen heißen Pfannen und Planchas aus den Augen zu verlieren, muss man die Küche hin und wieder bewusst verlassen. Genau diese Gelegenheit bot sich auf unserem „Nature & Culinary Influencer Trip“ zusammen mit VisitFlanders in das benachbarte belgische Limburg. Während ich euch die fantastischen kulinarischen Stationen unserer Reise – von handwerklichem Käse über eine Genever-Distillerie bis hin zum BBQ – noch in einem separaten Beitrag im Detail vorstellen werde, soll heute erst einmal die Natur im Mittelpunkt stehen.
Entschleunigung im Basecamp: Das Warredal
Unser Ausgangspunkt für dieses Wochenende war der Freizeitpark Warredal in Maaseik. Hier stand das Konzept des „Slow Living“ absolut im Fokus. Wir übernachteten in sogenannten „Cosy Cabins“ mitten im Limburger Wald. Der bewusste Verzicht auf digitale ständige Erreichbarkeit und der Fokus auf das Wesentliche taten unglaublich gut. Neben Licht war das einzige Elektische Gerät der Kühlschrank. Gekocht wurde auf Gas oder Gegrillt. Statt WLAN gab es den Duft von frischem Holz und überall die Möglichkeit Holzofen zu befeuern. Besonders das befeuern des eigenen Hottubs oder der Sauna unter den alten Bäumen des Waldes war ein Moment echter, tiefer Entschleunigung. Aber nicht nur die Holzhütten haben zur Entspannung beigetragen, den der ganze Park hat ein ganz wunderbares Naturnahes Konzept. Verschiedenste Kletterparks (drinnen und draussen), Tiergehege zum Streicheln, eigene Weinberge, Fahrradverleih und Ponyreiten machen diesen Aufhalt unvergesslich für Groß wie Klein. Auch das angeschlossene Restaurant soll sehr sehr gut sein. Ausserdem sind die Hütten soweit aus einander das man mitten im Wald wirklich die Ruhe komplett genießen kann. Wenn man das Glück wie wir hat und auch noch eine Dach-Terasse hat, kann man dort z.B. wunderbar Frühstücken und den Wald auf einer anderen Ebene erleben.
Natur im Wandel: Das Naturschutzgebiet Bergerven
Ein besonderes Naturerlebnis wartete direkt an der Grenze zwischen Maaseik und Dilsen-Stokkem auf uns: das Naturschutzgebiet Bergerven. Dort, wo die Maas über Jahrhunderte eine Landschaft geformt hat und später tiefe Kiesplassen entstanden sind, zeigt sich die Natur heute in einem spannenden Wandel. Was mich hier besonders fasziniert hat, ist die natürliche Art der Landschaftspflege. In der Kernzone streifen Galloway-Rinder und wilde Konikpaarde völlig frei umher. Durch ihr stetiges Grasen formen und erhalten sie ein wunderbares Mosaik aus Heide und offenen Graslandschaften. Eine beeindruckende Eigendynamik der Natur, die man sonst nur selten so unmittelbar beobachten kann. Wir haben am Sonntag einen wunderschönen Spaziergang durch den Wald in das Naturschutzgebiert direkt vom Warredal aus gemacht und konnten die Natur in vollen Zügen genießen.
Die Maas aus einer anderen Perspektive: 13 Kilometer auf dem Wasser
Am Samstag wechselten wir dann buchstäblich die Perspektive. In Kotem starteten wir mit Kajak Maasland zu einer 13 Kilometer langen Tour auf dem Wasser. Die Maas ist ein echter Regenfluss und zeigt sich dadurch extrem dynamisch. Wasserstand und Strömung verändern sich stetig, verlagern Kiesbänke und formen die Landschaft immer wieder neu.
Vom Kanu aus, ganz nah an der Wasseroberfläche, nimmt man das weitläufige Ökosystem des „Rivierpark Maasvallei“ völlig anders wahr als von Land aus. Wir passierten ruhige Schilfränder, ließen uns von der Strömung treiben und navigierten durch kleine, natürliche Stromschnellen, an denen sich das Wasser bündelt. Es war ein sehr bewusstes, fast meditatives Erleben der Umgebung, bei dem man den Fluss und die Natur in ihrem eigenen Rhythmus spüren konnte. Natürlich kann so eine Kajakfahrt auch ihre Tüken haben :-D – wir sind auch einmal gekenntert. Auf Instagram findet ihr hierzu in den Story-Highlights hierzu ein ganz wunderbares Video von Olli (Danke dafür!). Ungefähr bei der Hälfte konnten wir zum Glück eine kurze Pause in einer Strandbar machen und uns bei einem Bierchen erholen. Aber auch der zweite Teil der Fahrt hatte es in sich und die Betätigung hat sehr gut getan, auch wenn wir froh waren dann endlich das Ziel erreicht zu haben.
Nach dieser intensiven Zeit an der frischen Luft freute ich mich abends umso mehr auf das gemeinsame Kochen und Genießen am Feuer. Aber dazu, wie gesagt, ganz bald mehr im nächsten Beitrag.
Und was wir alles gegessen und getrunken haben, erlebt ihr im nächsten Beitrag. :)


















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